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Dampf-Topfenknödel mit Himbeerfüllung

Rezepte, Sommer, Süßes

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etztens in einem Restaurant mit österreichischer Küche…

Alles schmeckte ganz wunderbar. Außer dem traditionellen Mehlspeisen-Nachtisch. Ich war neugierig und naschte etwas vom Highcarb-Dessert meines Nachbarn: Marillen-Topfenknödel. Doch die Enttäuschung hinsichtlich Geschmack & Konsistenz war groß. Klebrig-mehlig-pappig. Nun bin ich keine ausgewiesene Mehlspeisen- oder Knödelfachfrau aber meine Erwartung an solch ein Gericht ist einfach eine andere: Ein fluffig-lockerer Teig schwebte mir vor und mein Ehrgeiz erwachte.

Gerade Klöße und Knödel sind ja eine Lowcarb-Herausforderung. Ohne Highcarb-Mehle, Stärke oder isoliertes Gluten werden Klöße zu sehr fragilen Gebilden, die beim Sieden in Wasser ratzfatz auseinander fallen. Manche Lowcarbköche versuchen das zu vermeiden indem sie Unmengen an pflanzlichen Bindemitteln verwenden (z.b. Flohsamenschalen, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl), was unangenehm-glitschige Gummibälle erzeugt. Das folgende Rezept enthält auch ein wenig Johannisbrotkernmehl aber nicht zuviel. Außerdem etwas Kokosmehl, das bereits in kleinen Mengen gute strukturgebende Eigenschaften hat. Doch mein wichtigster Lösungsansatz ist das Garen im Dämpfeinsatz:

Ich hatte nur einen großlöchrigen Dämpfeinsatz zur Hand und war in Sorge, dass sich der weiche Teig durch die großen Lücken nach unten verabschiedet. Daher habe ich improvisiert und 2 Kaffee-Papierfilter seitlich so aufgeschnitten, dass sich aus den beiden aufgeklappten Halbkreisen eine runde, vollflächige aber wasserdampf-durchlässige Einlage für den Dämpfeinsatz ergab. Die Knödel sind auf Anhieb gelungen und schön locker-flaumig. Sie stehen, wie ich finde, guten Highcarb-Varianten in nichts nach. Doch nun genug Eigenlob ;)  Folgend das Rezept.

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4 Portionen Dessert oder 2 Portionen Hauptspeise

Teig

• 150g Mandeln, ohne Haut und feingemahlen

• 150g trockener Magerquark

• 2 Eier

• 1Tl. Johannisbrotkernmehl (ca. 5g)

• 1 Tl. Kokosmehl (ca. 5g)

• 1 Msp. Weinsteinbackpulver

• 1 Hauch Steviaextrakt / alternativ 1 Tl. Erythritzucker

Füllung

• 8 Himbeeren (bzw. so viele, wie sich aus dem Teig Klöße ergeben)

Topping

• 50g Mandelblättchen oder Mandelsplitter

• 1 Essl. Butter (ca. 20-30g)

• 2 Essl. Puder-Erythrit (ca. 30g)

Zubereitung

Alle Teigzutaten homogen verrühren und 10 Minuten quellen lassen.

In einen breiten Topf gerade soviel Wasser geben, dass das Dämpfgut im Dämpfeinsatz nicht im Wasser steht. Den Topf mit dem Dämpfeinsatz auf den Herd stellen. Wenn das Wasser anfängt zu sieden und Dampf aufsteigt vom Herd nehmen.

Nun nacheinander mit einem Löffel je ein Teigstück abstechen, eine Himbeere mittig reindrücken und mithilfe eines zweiten Löffels auf den Boden des Dämpfeinsatzes gleiten lassenZwischen jedem Kloß mindestens 2 Zentimeter Abstand lassen. Den Topf wieder auf den Herd setzen, Deckel drauf und 15-20 Minuten im Dampf sieden lassen. Dann die Klöße vorsichtig mit einem Pfannenwender entnehmen.

In der Zwischenzeit die Butter und die Mandelblättchen in eine Pfanne geben und die Mischung bei mittlerer Hitze und stetigem Wenden golden und duftend anbräunen. Die Klöße dazugeben und noch etwas mit anschmurgeln. Großzügig mit dem Erythritzucker bestäuben und sofort servieren.

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Tipps und Alternativen:

Wenn der Teig nach dem Quellen noch zu flüssig sein sollte, nochmals 1 Tl. Kokosmehl dazugeben und weitere 5 Minuten quellen lassen.

Die Klöße schmecken mit anderem Obst natürlich auch, z.B. mit kleinen Erdbeeren, Zwetschgen- oder Aprikosenhälften.

Oder man lässt die Dampfklöße ungefüllt und gibt die Obststücke am Schluß mit in die Pfanne – dann noch eine Minute sanft miterhitzen.

Eine Dessert-Portion hat durchschnittlich 422 Kcal / 5,1g Kohlenhydrate / 18,7g Eiweiß / 34,4g Fett